Selbst sein – den fotografischen Stil finden

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Mag sein es klingt zunächst etwas philosophisch aber jeder der in der Fotografie vorankommen möchte, wird sich an einem Punkt die Frage stellen nach Sinnhaftigkeit, dem Selbst das man sein mag und dem Streben nach einem eigenen Stil. 

Viele „professionelle“ Fotografen möchten euch hierbei beistehen und für etwas Kleingeld eure Bilder beurteilen und euch zu eurem Stil führen. Aber ist das überhaupt möglich und falls ja – wäre das sinnvoll oder kann man nur selbst und eigenständig der Schmied seines eigenen „Ichs“ und damit auch zugleich seines eigenen Stils sein? Ein nachdenkliches Thema welches ich gerne mit dir durchleuchten möchte…

Inhaltsverzeichnis

Der eigene fotografische Stil – Wer man ist und wohin man geht.

Was ist er eigentlich, der eigene Stil? Ist er so einfach festzulegen und zu definieren? Und wie können wir den eigenen Stil endlich finden? Oft stellt sich auch die Frage, geht es dabei um das „wie“ man die Bilder macht oder wie diese letztendlich aussehen? Beides? Wahrscheinlich ja! 

Sicherlich stellt sich jeder mehr oder weniger die Frage nach der eigenen Stil-Entwicklung. Wenn nicht zugleich der eigenen fotografischen Anfänge, dann zumindest,  sobald man die technischen Grundlagen der Fotografie beherrscht und gezielt anwendet. Wenn man erst mit der Fotografie beginnt, muss man sich noch sehr stark auf den Umgang mit der Technik konzentrieren und man hat damit alle Hände voll zu tun. Aus meiner Sicht ist es deshalb am besten einen Workshop zu belegen, indem die Grundlagen vermittelt und geübt werden. Dadurch verlässt man dieses frühzeitige fotografische Entwicklungsstadium relativ schnell und kann sich mit den viel wichtigeren Dingen beschäftigen, der eigenen Kreativität! 

Sobald man also technisch fotografieren kann, kann das Gehirn wieder frei arbeiten, da durch die angeeigneten Automatismen wieder Kapazitäten freigeschaufelt werden. Spätestens jetzt tauchen in einem dann ungewisse Fragen auf, die viel schwerer zu beantworten sind als die zur Technik. Zum Beispiel:

  • Wie verleihe ich dem Bild mehr tiefe?
  • Wie kann ich dem Foto mehr Spannung verleihen?
  • Ist das der Bildstil, den ich erreichen wollte?
  • Was fehlt meinem Bild?
  • Wie bekomme ich die Bilder so hin wie mein Vorbild?

Man kann diese Liste ewig weiterführen. In ihrer Grundessenz sind die fragen jedoch alle ähnlich. Man möchte mehr aus seinen Bildern herausholen und man beschäftigt sich intensiv damit weiter zu kommen und ein Gefühl der inneren Zufriedenheit zu erreichen. Ein Zeichen dafür, dass die Reise zum eigenen Stil beginnt…

Der Stil im technischen Aspekt.

Wenn man es auf die Bilder die man schießt reduziert, sind es einfach technische Aspekte, die man anwendet, um ein Bild zu erzeugen. Formale Mittel formen so gesehen den Stil. Wie einleitend erwähnt musst du hierzu wissen, was die Blende tut, die Belichtungszeit, Iso-Wert, Weißabgleich etc. All das eben, was die Kameratechnik ausmacht. Dann kannst du die Regeln nutzen, um sie nach deinem Belieben, also willentlich – ganz bewusst und in voller Absicht,  zu formen. Du solltest dich hierzu unbedingt unseren Artikel „Sehen lernen wie die Kamera sehen könnte“ lesen. Hier geht es einerseits um die Technik der Kamera aber auch um den kreativen Umgang mit dieser.

Ein wichtiger Aspekt sind auch deine Kenntnisse in der Bildbearbeitung und die Zeit, die man darin investiert. 

Damit ist erstmal kurz gesagt, du hast ihn bereits, deinen eigenen Stil. Dein eigener Stil macht dich aus und zeigt das Momentum, den Fußabdruck deines aktuellen Skillsets und deiner selbst. Die Menge an Fotos die du in einem gewissen Zeitraum machst, werden alle den gleichen Stil haben und die gleichen Stilmitteln einsetzen. Das bedeutet nicht zwangsläufig das deine Bilder einen eigenen und markanten Wiedererkennungswert haben.

Hört hier jetzt die Reise wieder auf? Ganz sicher nicht, ausser du gibst das  fotografieren auf.

Wie findest du deinen eigenen Stil?

Den eigenen Stil kann niemand für dich finden. Wenn jemand für dich deinen Stil finden soll, dann kommt das dem gleich, als wenn derjenige versuchen würde für dich zu sehen und zu entscheiden, welchen Weg du beschreiten sollst. Du würdest nur das umsetzen, was man von dir verlangt. So etwas ist beispielsweise der Fall, wenn man für Unternehmen Auftragsarbeiten umsetzt. Hier geht es häufig nicht um deinen Stil, jedenfalls nicht in erster Linie, sondern um den Wiedererkennungswert des Unternehmens selbst. Das wird jeder Fotograf, der sich mit den technischen Aspekten auskennt, mit ein paar Versuchen umsetzten können. Hier geht es nur um das 1 zu 1 kopieren, ohne die eigenen Präferenzen einfließen zu lassen. Somit wissen wir, wie man den eigenen Stil nicht findet. 

Wie entwickelt man einen eigenen Stil?

Dein Stil entwickelt sich stetig – es ist so offensichtlich, dass man es einfach übersieht! Er entwickelt sich durch die Einflüsse denen man sich hingibt, mit welchen Themen man sich auseinandersetzt, welche Vorbilder man hat, die Erlebnisse welche man erlebt, der eigene Geschmack und letzten Endes auch daraus, wie man die Welt betrachtet. In deinen freien Arbeiten, genau dann, wenn du das fotografierst, was du nach freien Stücken fotografieren möchtest, setzt du all das dann ein. Dich selbst kann keiner kopieren, keinen deiner Gedanken und keinen deiner Empfindungen. Das ist das einzige, was wir haben, was nicht kopiert werden kann und deshalb ist es auch so wichtig sich bewusst zu sein, du bist das wichtigste Puzzlestück zur Stilentwicklung. Was bedeutet das für dich: Deine aktuellen Arbeiten zeigen nur eine Momentaufnahme deines bereits vergangenen Selbst. Sie verweisen nur auf den Übergang zu einer weiteren Ebene deines Selbst. Dein Stil wird nicht für immer gleich bleiben und wird mit dir wachsen. 

Setze dich mit der Fotografie auseinander, um deinen Stil zu entwickeln.

In der Summe aller Teile ist in einem „Stil“, nichts wichtiger als du selbst. Du wirst die Arbeit deiner Vorbilder nachahmen, verschiedene Techniken ausprobieren, um unterschiedliche Bildeindrücke zu erzeugen, hunderte verschiedene Ideen haben, was du alles probieren willst. All diese Erfahrungen sind der Weg zu deinem eigenen Stil, egal wie dieser aussehen wird. Ganz einfach, indem du dich mit der Fotografie auseinandersetzt und beschäftigst.

Ist es schlimm, dass du versuchen wirst zu nachzuahmen? Nein definitiv nicht, es gehört dazu, wenn man sich weiterentwickeln möchte. Ohnehin wirst du die Fotos nicht 100 % identisch hinbekommen, da du dich erstmal herantasten musst und keine Formel hast, die dir genau das Bild zusammenbraut, wie das, deines Vorbildes. Der Weg, den du beschreiten wirst um egal welches Ziel in deiner Fotografie zu erreichen, wird deinen Stil formen. Deshalb ist die Frage nach dem eigenen Stil gar nicht so wichtig, sondern gehört vielmehr zur Natur des Fotografierens. 

Warum es mir nichts ausmacht Workshops zu geben und mein Wissen zu vermitteln? Weil ich nicht meinen Stil an dich weitergebe, sondern dir technische Hilfestellungen gebe und dir Möglichkeiten aufzeige wie ich an Probleme herangehe und welche kreativen Methoden ich anwende. Das wird dich sicherlich auch prägen und einen Teil dazu beitragen, wie du dich entwickeln wirst, aber letztendlich wird ein Workshop oder ein Gespräch nur ein kleiner Baustein dessen sein, wohin du dich entwickeln wirst. 

Selbst nach Jahren des Fotografierens würde ich mich nicht anmaßen zu sagen ich habe meinen Stil gefunden. Meiner Meinung nach sollte das nie der Fall sein, denn damit würdet ihr nur eins tun, euch selbst ausbremsen und dem, was ihr sein könntet den Rücken kehren. 

Fazit

Ihr werdet ihn entwickeln, euren eigenen Stil,  so viel ist sicher. Der Bildstil der euch jedenfalls eine kurze Weile begleiten wird, sofern ihr euch weiterentwickeln wollt. Alles was ihr fotografieren werdet, alles was ihr zum Thema Fotografie lesen oder auf den unterschiedlichen Bildplattformen an Bildern favorisieren werdet, wird dazu beitragen euren Bildstil zu formen und zu verändern.

Ein Stil ist nichts weiter als der momentane Ausdruck eurer aktuellen Fähigkeiten, eurem Geschmack und Tendenzen in der Fotografie. Die Bilder, die ihr aktuell macht, sind aber sehr wahrscheinlich nicht die gleichen Bilder, die ihr in einem halben Jahr machen werdet, außer ihr hört auf zu testen, zu lernen und euch an neuen Dingen zu versuchen. 

Bewahrt euch die Selbstreflexion anhand eurer Bilder und das immerwährende Streben nach neuen Möglichkeiten und Ideen, die Welt zu sehen. Ich selbst bin fortwährend bemüht,  meine fotografischen Anfänge nicht zu vergessen und immer wieder neue Wege zu bestreiten, dieses wunderbare Handwerk zu betrachten und zu üben.

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Mihajel

Mihajel

Mein Name ist Mihajel und ich bin euer Hundefotograf. Ich liebe es Hunde zu fotografieren, denn sie zeigen immer ihre ehrliche Seite: mal wild, mal verschmust und öfters auch mal sehr wuselig, aber zumeist dabei glücklich. Genau diese verschiedenen Facetten ihrer Charaktere möchte ich für euch festhalten.

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