Tierfotografie – welches Objektiv?

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Die Auswahl an Objektiven ist immens doch wer die Wahl hat, hat auch die Qual! Hier erhaltet ihr eine kleine Hilfestellung zur richtigen Objektiv-Wahl für die Tierfotografie.

Kamera-Objektiv
Die Kamera-Objektive

Nachdem wir im Beitrag APS-C oder Vollformat für die Hobby-Tierfotografie das Für und Wider für Vollformat-Kameras bzw. Kameras mit APS-C Sensoren abgehandelt haben, widmen wir uns nun dem Thema der passenden Objektiv-Wahl. Wir gehen hierbei nicht auf technische Details und Messwerte einzelner Objektive ein, sondern möchten einen allgemeinen Einblick in wichtige Eigenschaften gewähren.

Inhalt

Die richtige Brennweite.

Zunächst sollte man festhalten, dass es nicht die eine richtige Brennweite gibt. Für die Tierfotografie eignen sich sowohl weitwinklige Brennweiten als auch Standard- bzw. Teleobjektive. Je nachdem welche Bildstimmung man bewirken will, lassen sich unterschiedliche Objektive unterschiedlich einsetzen. Interessante Aufnahmen können mit jeglichen Brennweiten entstehen, jedoch schränkt man sich mit der Auswahl für ein Objektiv in seinem Möglichkeitsspektrum ein.

Weitwinkel-Objektive.

Weitwinkel (unter 35 mm Brennweite) eignen sich z. B. hervorragend um das Tier mit Hintergrund-Umgebung wiederzugeben. Möchte man also viel Wald, Berge oder möglichst viel von einem See mit auf das Bild bekommen, so eignet sich ein Weitwinkel-Objektiv hierfür hervorragend.

Selbst wenn man keine bestimmte Hintergrundkulisse auf dem Bild haben möchte und den Vierbeiner von ganz nahem fotografiert, bekommt das Bild einen ganz eigenen Look, der in vielerlei Hinsicht interessant wirken kann (man muss hier jedoch darauf achten, dass man das vierbeinige Familienmitglied möglichst mittig positioniert, da sonst Verformungen in den Proportionen entstehen und beispielsweise der Rumpf oder die Schnauze extrem lang gezogen erscheinen).

Nähe wird mit einem Weitwinkel-Objektiv bzw. auch mit der Standardbrennweite von 50 mm, ganz anders suggeriert und empfunden als mit einem Tele-Objektiv. Sie wirkt näher, sicherer und emotionaler. Man kann sagen, dass man die nähe die man mit der Weitwinkel-Linse zum Motiv einhält, auch im Bild zu spüren ist. Mit einem Tele wird man eine ganz andere Nahdistanz einhalten müssen um den selben Bildausschnitt zu bekommen und diese Entfernung wird auch in den Augen des Motivs und dem Bild an sich spürbar sein.

Tele-Objektive.

Möchte man hingegen eher das Tier an sich in den Vordergrund bringen und es als zentrales Bildelement positionieren, so eignen sich dafür eher Teleobjektive. Das Tier wirkt im Gegensatz zum Weitwinkel zentraler und herausstehender, da die Tiefenschärfe weitaus stärker abnimmt. Hier ist es also auch möglich bewusst den Hintergrund durch eine große Blendenöffnung extrem unscharf darzustellen und ein schönes Bokeh zu erzeugen. Ist das Tier jedoch zu weit entfernt so nimmt auch die Wirkung der Tiefenunschärfe ab und man kann das Tier weniger gut vom Hintergrund freistellen.

Wer also stark freistellen und den Hintergrund gerne puddingartig verschwimmen lassen möchte, wird mit einem Tele sehr glücklich werden (minimal davon Abhängig davon ob man eine DX Kamera bzw. Vollformat einsetzt) Das was sich nah am anvisierten Bildelement befindet wird scharf dargestellt, wohingegen alles was sich davon weiter entfernt befindet, diffus und unscharf dargestellt werden kann, auch von einer größeren Distanz aus.

Zoom-Objektive.

Wer möglichst flexibel unterwegs sein möchte und mal von nahem wie auch aus der Ferne seinen Vierbeiner fotografieren will, setzt auf ein Zoom-Objektiv. Der „Nachteil“ hierbei jedoch ist meist der hohe Kaufpreis für die qualitativ hochwertigen Objektiv. Für die Hundefotografie zu empfehlen sind hier aus meiner Sicht besonders zweierlei:

Was ist beim Objektiv ausschlaggebend für eine gute Tiefenunschärfe?

Um mit einem Objektiv möglichst viel Unschärfe in den Hintergrund zu bringen, ist die größte Blendenöffnung relevant. Je größer dieser ist, desto besser. Ausgezeichnet wird der Wert mit einem f/x z. B. f/2,8. Objektive mit einem Wert von f/1,8 eignen sich hierzu hervorragend aber man muss dabei auch bedenken, dass auch der Fokuspunkt hierbei sehr klein ist und daher bei falschen fokussieren eventuell die falschen Bereiche scharf gestellt werden.

Die große Blendenöffnung ermöglicht es zudem auch bei nicht so optimalen Lichtverhältnissen Bilder mit geringem Iso-Wert zu schießen, da einfach viel mehr Licht eingefangene werden kann. Bei einem Objektiv mit z. B. f/2,8 fällt doppelt so viel Licht auf den Sensor wie bei Objektiven mit lediglich f/5,6. Den Lichteinfall zu regulieren ist zwar auch durch den ISO-Wert bzw. die Verschlusszeit möglich, allerdings wird bei hohen ISO-Werten ein Rauschen im Bild auftreten. Und da wir uns mit lebenden und bewegenden Tieren befassen, ist es auch nicht möglich die Verschlusszeit sonderlich weit runter zu drehen, da die Bilder sonst verwackeln und unscharf werden. Lichtstarke Objektive sind somit auf jeden Fall ein Vorteil in der Tierfotografie.

Wie entscheidend ist der Preis bei Objektiven?

Der Preis eines Objektivs ist meist ausschlaggebend für 4 Dinge:

  • Lichtsensibilität/Blendenöffnung
  • Genauigkeit & Schnelligkeit der Fokussierung
  • Bildqualität (Kontrastumfang)
  • Bildstabilisator

Mit dem ersten Punkt haben wir uns bereits auseinandergesetzt. Die Genauigkeit der Fokussierung ist meist vom Hersteller abhängig. Mit Objektiven des Kameraherstellers macht man hier meist keinen Fehler da diese auf die Kameras abgestimmt sind und daher eigentlich immer gute Ergebnisse liefern. Für die Schnelligkeit der Fokussierung ist der eingebaute Motor zuständig. Um immer ein scharfes Bildergebnis zu haben sollte man darauf achten, dass ein Ultraschallmotor im Objektiv verbaut ist. Die Bezeichnung dafür lautet in der Regel SWM (Nikon) oder USM (Canon).

Bildqualität.

Bei der Bildqualität sind Objektive recht unterschiedlich. Zumeist ist es aber so, dass in teureren Objektiven der gleichen Brennweite, bessere Gläser verbaut sind und der Sensor der Kamera damit mehr Kontrast und Farbe aufnehmen kann. Das macht das Bild knackiger und lebendiger. Bei schlechtem Glas geht viel von Kontrast und Farbe verloren wodurch ein Bild eher stumpf und uninteressant wirkt.

Der Bildstabilisator sorgt dafür das bei unruhiger Führung der Kamera Verwackelungen ausgebesserter werden. Ist man jedoch gezwungen sich bei einem Objektiv zwischen Lichtstärke und Bildstabilisator zu entscheiden, so ist zumeist eine große Lichtsensibilität von Vorteil, da eine ruhige Führung geübt werden kann aber man mit wenig Licht einfach auskommen muss.

Fazit.

Wenn man sich fürs erste auf ein einzelnes Objektiv festlegen möchte, eignet sich für den Einstieg in die Hundefotografie am ehesten eine Brennweite um die 50 mm. Für ruhigere Motive genügt diese Standardbrennweite vollkommen und sie ist auch mit großer Blendenöffnung sehr günstig zu haben.

Bewegungs- und Actionaufnahmen gelingen hingegen eher mit Teleobjektiven. Wer also einen sehr schnellen Vierbeiner hat der sich viel bewegt und meistens etwas weiter entfernt ist, sollte eher zu Objektiven mit 80 mm und mehr Brennweite greifen.Möchte man flexibel bleiben so sollte die Wahl auf ein sehr Lichtstarkes und schnelles Objektiv mit Ultraschallmotor fallen.

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Mihajel

Mihajel

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