Tierfotos bearbeiten. Lightroom und Photoshop Workflow.

Nach dem eigentlichen Tier-Fotoshooting beginnt die Arbeit am PC. Der eigentliche Workload für ein Fotoshooting ist hier somit nicht beendet, sondern begibt sich in die zweite Phase. Je nach Bild sind hierfür pro Bild nochmals ca. 15 – 20 min Bearbeitungszeit notwendig, in manchen Fällen auch mehr, wenn man einen bestimmten Bild-Look erzielen will. Je feiner und gezielte man hier vorgeht, desto schönere Bilder entstehen dabei am Ende.

Daher ist die Nachbearbeitung nicht weniger wichtig als das Tier-Fotoshooting an sich, denn hier können aus der Auswahl der guten Bilder, durch geschickte Licht-, Kontrast- und Farbeinstellung, ganz individuelle Bilder mit eigenem Charakter und Look entstehen. Hier erfahrt Ihr wie wir vorgehen und welche Einstellungen die Bildergebnisse noch besser machen können.

Tierfotos bearbeiten - Übersicht.

  • verlustfreie Bildbearbeitung
  • RAW-Bilder
  • Bilder sortieren
  • Bilder bewerten
  • Bilder mit Stichwort-Tags versehen

 

  • Bilder „entwickeln“
  • Temperatur, Kontrast, Klarheit, Sättigung, Tönung, Schärfen
  • lokale Bildbearbeitung mit dem Pinsel-Werkzeug

 

 

Lightroom – das Bildarchiv mit verlustfreier Bildbearbeitung.

Warum Lightroom? Lightroom kann nicht nur verlustfrei Bilder bearbeiten, sondern dient als Katalog um nicht im Bilderchaos zu versinken. Wir können durch den Import eurer Bilder diese darin verwalten, sortieren, bewerten, Positionsdaten eingeben u.v.m. Wer viele Bilder macht ist aus diesem Grund zwangsweise an solch ein Programm gebunden, um die Bilder nicht im Nirwana versauern zu lassen.

Ein weiterer großer Vorteil – die Bilder können verlustfrei bearbeitet werden und falls euch eure Bilder irgendwann einmal nicht mehr zeitgemäß erscheinen, können die Fotos mit einem Klick auf den Originalzustand zurückversetzt werden. Es ist auch möglich eine virtuelle Kopie eines Bildes zu erstellen, um somit verschieden Bild-Looks zu erzeugen.

Exkurs RAW-Bilder.

Lightroom eignet sich besonders gut dazu, um Bilder zu bearbeiten, die im RAW-Format vorliegen. Diese sind quasi die digitalen Negative eines Bildes. RAW-Bilder sind einfach gesagt Bilder, die im Vergleich zu JPEG Bildern, keiner Komprimierung unterzogen werden. D. h. beim Betätigen des Auslösers auf der Kamera, wird das Bild nicht in seinem Farbspektrum, Kontrast, Wiedergabequalität usw. beschnitten aber auch nicht komprimiert und nach Kamerainternen-Algorithmen „verbessert“. Bilder im RAW-Format wirken daher ohne Bearbeitung etwas Flau und langweilig, enthalten aber wesentlich mehr Bildinformationen als JPEG-Bilder.

Ein kleiner Nachteil ist, dass hierdurch mehr Speicherplatz auf der Speicherkarte benötigt wird und die Bilder langsamer auf die Speicherkarte gelangen. Bei Serienaufnahmen kommen damit weniger Bilder in gleicher Zeit auf die Karte. Dafür erhält man z. B. statt 256 Helligkeitsabstufungen (JPEG), satte 16.384 Helligkeitsabstufungen. Damit sind die Zeichnungen in hellen und dunklen Bereichen eines Bildes sehr viel Detailgetreuer und können in Lightroom besser angesteuert werden. Sind in einem Bild etwa zu dunkle Bereiche, die etwas aufgehellt werden müssen um mehr Details sichtbar zu machen, z. B. bei Hunden mit dunkler Fellfarbe, wird dies mit RAW-Bildern wesentlich besser umsetzbar sein.

Bilder sortieren.

Nun aber zum eigentlichen Thema – wie gehen wir in Lightroom vor. Sind sämtliche Bilder in Lightroom importiert können wir damit beginnen die Spreu vom Weizen zu trennen.

Die Bilder können am großen Monitor im Vollbildmodus betrachtet und zum Löschen markiert werden. Im ersten Schritt werden dabei nur die Bilder mit einer Markierung versehen, die unscharf sind oder sich störende Bildelemente im Vorder- oder Hintergrund befinden. Im zweiten Durchlauf der Sortierung werden darauf die Bilder mit einer Markierung versehen, die sich zur Weiterbearbeitung eignen. An dieser Stelle werdet ihr natürlich beteiligt damit auch genau die Bilder bearbeitet werden die Euch am besten gefallen.

Wir gehen dabei so vor, dass die Bilder mit einer Sterne-Bewertung versehen werden. Für das weitere archivieren und falls zu einem späteren Zeitpunkt eine zusätzliche Bearbeitung eines weiteren Bildes gewünscht ist, werden die Bilder zusätzlich mit entsprechenden Stichwort-Tags und Positionsdaten versehen, damit diese leichter auffindbar sind.

Bildbearbeitung in Lightroom.

Nachdem die Bilder nun gesichert und archiviert sind, geht es an die Bildbearbeitung. In Lightroom gibt es hierfür den Bereich „Entwickeln“. Hier werden alle Einstellungen vorgenommen die das Bild hinsichtlich der Farbeinstellungen sowie den Helligkeitseinstellungen beeinflussen, also dem Kontrast. Dazu können verschiedene Regler betätigt werden, die das Bild in z.B. der Farbtemperatur, Kontrast, Klarheit, Sättigung, Tönung, Schärfe u.v.m. Verändern.

Nach dem ein Bild in seiner Gesamtheit optimiert ist, widmen wir uns der lokalen Bearbeitung zu, sprich dem Bearbeiten einzelnen Bildpartien. Mit dem Pinsel können die einzelnen Bereiche wie z. B. die Augen eines Tieres deutlicher hervorgeholt und geschärft werden, dem Fell etwas mehr Glanz verleiht und der Hintergrund etwas abgedunkelt werden, sodass euer tierischer Gefährte stärker in den Vordergrund rückt.

Photoshop für die Bildeffekte.

Nachdem nun alle Anpassungen in Lightroom vorgenommen wurden und das Bild insgesamt eine schöne Bildstimmung hat, kann das Bild zur weiteren Bearbeitung nach Photoshop übergeben werden. Hier ist es möglich das Bild weiter zu modifizieren. So können z. B. verschiedene Filter eingesetzt werden, um dem Bild einen dezenten Farbstich zu verleihen oder der Hintergrund wird mittels eines Weichzeichnungsfilters noch Cremiger gestaltet. Mittels des Hochpassfilters ist es auch möglich dem Fell etwas mehr Zeichnung und klarere Strukturen zu verleihen. Das abgespeicherte Ergebnis ist dann auch sofort wieder in der Lightroom-Bibliothek archiviert.

Entsprechen die Ergebnisse unseren Vorstellungen und Ambitionen, werden die Bilder ins JPEG-Format exportiert damit diese für euch auch ohne Lightroom zugänglich und zu betrachten sind. Je nachdem für welches Preispaket ihr euch entscheidet, wird die Anzahl der zu bearbeitenden Bilder bestimmt sowie auch die Auflösung in der euch die Bilder zur Verfügung stehen werden.

Wie ihr sicherlich merkt, ist die Bildbearbeitung ein wichtiger Schritt hinsichtlich der Bildarchivierung und auch der Bildoptimierung. Unzählige Einstellungen ermöglichen es das Bild weiter zu perfektionieren und unschöne Bildelemente abzuschwächen. Gerade bei den Tier-Fotoshootings, die bei uns zu 90 % im freien stattfinden, sind nicht alle Elemente im Bild von vornherein beeinflussbar, so wie es im Fotostudio möglich wäre. Die Tiere sind immerzu in Bewegung und wechseln von dunkleren Bereichen in heller, von grünlichen Untergründen in bräunliche, oder es tauchen störende Elemente auf wie Abfälle usw. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig sich hier noch einen gewissen Spielraum zur Bildmodifizierung zu bewahren und mit Lightroom und Photoshop sichern wir uns diesen. Hier noch ein kleines vorher-nachher Beispiel.

Bei Interesse an einem Hundefotografie Workshop können wir auch speziell auf die Bild-Nachbearbeitung in Lightroom und Photoshop bzw. Affinity Photo eingehen. Es besteht dabei die Möglichkeit eine Kombination aus Fotografie-Workshop und Bildbearbeitung zu buchen oder lediglich einen Bereich auszuwählen.